Erdflöhe natürlich abwehren

Der Rucola entwickelt sich gut, die Radieschen keimen regelmäßig und die soeben gesetzten Kohlrabi Jungpflanzen wachsen gerade an. Und plötzlich beginnt der Ärger.

Die jungen Keimlinge von Radieschen sind besonders gefährdet

Die Blätter der Pflanzen sind auf einmal punktförmig durchlöchert, so als ob jemand mit Stopfnadeln hineingestochen hätte.

Schuld daran ist ein bei uns noch gar nicht so bekannter Käfer – der Erdfloh. Das erwachsene Tier wird zwischen 1,5 und 4 mm groß und überwintert in Laub oder auf gemulchten Flächen. Der Name des Erdflohs geht auf seine großen Sprungkraft zurück, mit Flöhen ist er nicht verwandt.

Im zeitigen Frühling legen die Erdflöhe ihre Eier in den Boden oder sogar direkt auf die Pflanzen . Die alsbald geschlüpfen Larven fressen an Blättern und Wurzeln, richten aber noch keinen allzu großen Schaden an. Die schon vorhandenen erwachsenen Erdflöhe fallen ebenso wie die nach einer Verpuppungsphase geschlüpften adulten Käfer – meist in großen Anzahl – über unsere Pflanzen her.

Besonders gefährdet sind alle Pflanzen aus der Familie der Kohlgewächse. Dazu gehören Radieschen, Rettich, Rucola, Kohlrabi ebenso wie die „großen“ Kohlgewächse Brokkoli, Kohlsproßen, Kohl, Kraut und Karfiol.

Im ganzjährigen Gemüsegarten macht der Schädling Probleme bei den Asia-Salaten und dies vor allem beim Anbau im Frühjahr.

Erdflöhe befallen hauptsächlich gerade erst gekeimte und sehr junge Pflanzen. Der Schaden kann bis zum Totalausfall gehen. Sind die Pflanzen einmal größer ist die Gefahr vorüber. Einerseits schmecken die dickeren Blätter den lästigen Käfern nicht mehr so gut, andrerseits ist die Widerstandskraft der Gemüsepflanzen größer.

So schützt Du Dein junges Gemüse vor den Erdflöhen:

Aussperren mit Insektennetz

Bedecke direkt nach der Aussaat bzw. Auspflanzung kleiner Setzlinge Dein Beet mit einem Insektennetz. Dieses muss sehr feinmaschig sein, damit die kleinen Käfer nicht durchschlüpfen können. Wähle sehr enge Maschenweiten mit z.B. 0,8 x 0,8 mm. Achte darauf die Rändern so zu fixieren, dass die Erdflöhe nicht auf den Seiten durchschlüpfen können. Verwende z.B. Steine, Metallschienen oder Bretter.

Erdflöhe stören

Die kleinen Käfer lieben Ruhe. Darum sitzen sie auch gerne am Grund der Pflanzen und fressen nur an den untersten Blättern, dort werden sie am wenigstens gestört. Hacke daher regelmäßig den Boden rund um die befallen Stellen. Bei Ruhestörung springen die Erdflöhe mit ihren kräftigen Beinen in die Höhe und flüchten bei andauernder Belästigung.

Beete feucht halten

Näße und Feuchtigkeit ist den Erdflöhen ein Graus. Sie mögen es lieber warm und trocken. Gieße daher regelmäßig und halte den Boden feucht. Übertreibe es aber nicht, sonst bist Du zwar die Erdflöhe los, dafür halten Pilzerkrankungen Einzug in das (Hoch)-Beet.

Pflanzen im Wachstum fördern

Finden die frisch geschlüpften Käfer schon gut entwickelte Pflanzen vor, fallen die Schäden wesentlich geringer aus. Säe daher Deine Pflanzen so bald als möglich aus. Asia Salate oder manche Radieschensorten (z.B. Eiszapfen) kannst Du sogar schon im Spätherbst anbauen. Die Samen keimen dann mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling und wachsen den Erdflöhen sprichwörtlich davon. Setze weitere wahstumsfördernde Maßnahmen wie regelmäßiges Gießen oder ein gut aufbereitetes, nährstoffreiches Beet.

Klebefallen ausbringen

Lege zwischen die Pflanzenreihen Bretter die mit Raupenleim bestrichen sind oder verwende Gelbsticker. Wenn Du das Beet dabei gleichzeitig hackst, springen die Erdflöhe in die Höhe und bleiben kleben. Setze diese Klebenfallen aber nur kontrolliert und für kurze Zeit ein. Denn es bleiben leider auch viele nützliche Insekten, die sogar Erdflöhe auf ihrem Speisezettel haben, kleben.

Natürlich Abwehrmittel

Selbstgemachte Tees und Jauchen verwirren einerseits den Geschmackssinn der Käfer, andererseits werden sie dadurch reduziert bzw. in ihrer Fraßtätigkeit gehemmt.

Abwehrende Mittel sind z.B. Knoblauch- oder Zwiebeltee, Wermuttee oder ein Tee aus Blättern und Blüten des Rainfarn.

Verwende für die Tees für einen Liter Wasser etwa 50 g frischen Knoblauch oder Zwiebel und 10 g getrockneten Wermut oder Rainfarn. Die beiden letztgenannten Kräuter erhältst Du sehr günstig in der Apotheke.  Lasse die Tees etwa 20-30 min ziehen und danach auskühlen. Besprühe und gieße die betroffenen Pflanzen und den Boden.

Eine noch einfachere Methode ist, einfach Knoblauchzehen zwischen die Gemüsepflanzen zu stecken.

Mischkulturen

Das Mischen verschiedener Pflanzen im selben Beet ist immer ein gutes Mittel, um Schädlinge abzuwehren. Sie finden dann kein „gedecktes“ Buffet, sondern müssen sich ihr Futter mühsam heraussuchen. Gute Mischkulturen für die Kohlgewächse sind z.B. Salat oder Spinat.

Salat schützt junge Kohlpflanzen vor den Erdflöhen

Stäuben mit Gesteinsmehl

Ein dünner Film aus Gesteinmehl auf der Blattoberfläche verleidet den Erdflöhen das Fressen. Zudem sind in Gesteinsmehlen Spurenelemente enthalten, die dem Gemüse zugute kommen.

Fruchtfolge einhalten

Last but not least ein wichtiger Tipp, der eine bedeutende Maßnahme im Gemüsegarten ist. Halte eine weite Fruchtfolge ein! Das bedeutet, dass zwischen dem Anbau von Kohlgewächsen immer ein längerer Abstand sein muss. Baue also keine Kohlrabi an, wo z.B. im Vorjahr Radieschen oder Brokkoli waren. Der Abstand zwischen Pflanzen der Kohlfamilie sollte auf der gleichen Fläche etwa 3-4 Jahre betragen. So verhinderst Du, dass sich die Erdflöhe in Deinem Gemüsebeet festsetzen und vermehren. Ausführliche Informationen zu Fruchfolge und Mischkultur findest Du übrigens in meinem Buch.

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