Schnecken im Hochbeet

Es gibt wohl keinen anderen Schädling im Garten, der uns so auf die Palme bringt wie die Schnecke. Genauer gesagt, die Nacktschnecke und hier besonders die Gemeine Wegschnecke.

Gehäuseschnecken hingegen mögen wir, sind sie doch durch den vielerorts verbreiteten Einsatz von Schneckenkorn aller Art selten geworden.

Nacktschnecken lieben Salat

Aber zurück zur Gemeinen Wegschnecke: Sie wurde in den 1960er Jahren mit Gemüse- oder Obsttransporten aus Süd- und Osteuropa nach Mitteleuropa eingeschleppt und verbreitet sich seitdem unaufhörlich. Entgegen anderen Schneckenarten ist sie relativ resistent gegen Trockenheit und kann daher auch in heißen Sommern gut bestehen. Andere – heimische – Schneckenarten werden von ihr verdrängt, da sie sich rascher vermehrt und sich ihnen gegenüber sehr dominant verhält.

Im Gemüsebeet hinterlässt eine Invasion der Gemeinen Wegschnecke, aber auch von anderen Schneckenarten ein einziges Desaster. In einer einzigen Nacht kann die Arbeit von mehreren Monaten vernichtet werden.

Besonders gefährdet sind junge Pflanzen und eben aufgelaufende Keimlinge.

Auch Kohlrabi-Jungpflanzen schmecken den Schnecken

Die Schnecken haben auch keinerlei Hemmungen, Dein Hochbeet zu stürmen. Der Salat schmeckt dort mindestens so gut, wie auf einem normalen Beet am Boden.

Bevor ich Dir ein paar Tipps gebe, wie Du Schnecken aus Deinem Hochbeet raus bekommst, sehen wir uns mal an, wie sie ins Hochbeet hinein kommen.

Wie kommen Schnecken in das Hochbeet?

1) Über die Wand des Hochbeetes: Schnecken haben einen äußert feinen Geruchssinn und erschnuppern ihre Nahrung über mehrere hundert Meter. Mit ihrem schleimigen Fuss klimmen sie locker senkrechte Wände empor. Die Hochbeet Wand ist für sie ohne Problem zu überwinden, egal ob aus Holz, Metall oder Stein.

2) Über das Befüllungsmaterial: im Kompost, Gras oder Laub (wenn es zuvor länger gelegen ist) können Schneckeneier verborgen sein. Die größte Gefahrenquelle ist sicher der Kompost, da die Schecken sich hier verkriechen können und massenweise Eier in Ritzen und Zwischenräume legen.

Im Kompost können sich jede Menge Schneckeneier verstecken

3) Über zugekaufte Erde: mit billiger Erde wurden schon viele Schneckeneier ins Hochbeet eingeschleppt.

4) Über Jungpflanzen: eine Schnecken -„Quelle“ an die selten gedacht wird, sind Jungpflanzen. In Gärtnereien legen Schnecken oft in den Zwischenraum von Topf und Pressballen ihre Eier ab. Wenn Du genau hinsiehst, kannst Du beim Einsetzen der kleinen Pflänzchen Eier oder sogar schon kleine geschlüpfte Schnecken entdecken. Kein Wunder, dass die kleinen Salate oder Kohlrabi am nächsten Tag plötzlich verschwunden sind.

kleine Schnecken verstecken sich in der Pflanzschale und zwischen den Pressballen

So hältst Du Schnecken von Deinem Hochbeet fern!

Wenn Du Deine „Schneckenquelle“ identifiziert hast, ist es relativ einfach Deine Schneckenplage wieder los zu werden oder – noch besser – es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

Je nach Ursache gehst Du folgendermaßen vor:

1) Kommen die Schnecken von außen, musst Du sie aussperren. Das machst Du mit einem einer Schneckenkante, die Du rund ums Hochbeet montierst. Bei meinen Hochbeeten befindet sich die Schneckenkante direkt unter dem Hochbeet-Handlauf. Das hat den Vorteil, dass das Schneckenblech nicht heiß wird und Du Dich nicht verletzt.

diesen Schneckenschutz können die Wegeschnecken nicht überwinden

Eine andere Methode ist eine Elektro-Schneckenzaun, der den mit einer kleinen Spannung einen Elektro-Schock versetzt und sie zum Umkehren zwingt. Ähnlich, nur etwas einfacher funktioniert ein Kupferband, das rund ums Hochbeet geklebt wird. Auch dieses entwickelt eine elektrische Spannung, sobald der feuchte Schleim der Schnecke das Band berührt und zwingt sie zum Umkehren.

Das Kupferband versetzt den Schnecken einen leichten elektrischen Schlag

2) Das Ausfiltern von Schnecken und ihren Eiern aus dem Befüllungsmaterial, besonders dem Kompost, ist am schwierigsten. Hier musst Du das Material gründlich untersuchen, bevor Du es ins Hochbeet füllst. Dennoch kann es Dir passieren, dass Du Schneckeneier übersehen hast. Mache im Frühling dazu eine Testpflanzung. Sind die ersten Jungpflanzen nach kurzer Zeit abgefressen oder verschwunden, muss Du Dich auf Schneckensuche begeben.  Am besten findest Du die schleimigen Biester in der Dämmerung – also entweder am Abend oder frühen Morgen. Sammle sie ab und bringe sie weit von Deinem Hochbeet fort. Nachdem ich keinem Tier etwas zuleide tun kann, trage ich sie auf eine wilde Wiese, die einige Meter von meiner Garten entfernt ist. Das ist wohl nicht die beste Lösung, aber mit meinem Gewissen zu vereinbaren. Sollte das ganze Absammeln nichts nutzen, bleibt Dir nur mehr der Einsatz von Schneckenkorn. Verwende hier ausschließlich Präparate mit Eisen-III-Sulfat. Diese sind für den ökologischen Landbau zugelassen, da sie Nützlinge sowie Haustiere schonen und im Boden natürlich abgebaut werden. Ich empfehle Dir dennoch, einen sehr sparsamen Einsatz, da auch nützliche Schnecken, wie Weinberg- oder andere Gehäuseschnecken getötet werden. Das bekannteste Öko-Schneckenkorn ist Ferramol von Neudorff.

3) Schneckeneier in zugekaufter Erde lassen sich leicht vermeiden. Achte beim Kauf der Erde immer auf gute Qualität. Bei der Produktion von Billigerde um einen oder zwei Euro werden Produktionsschritte, wie das Aussieben oder die Heißrottephase eingespart. Qualitätserde (am besten Bio) erhältst Du ab etwa 10,- €.

Gute Bio-Erde ist frei von Schneckeneiern

4) Suche zugekaufte oder selbst vorgezogene Jungpflanzen nach Eiern oder kleinen Schnecken ab, bevor Du die Pflänzchen in Dein Hochbeet setzt.

Mit diesen Maßnahmen brauchst Du Dir keine Sorgen mehr zu machen, dass Dein gutes Gemüse dem Schneckenfraß zum Opfer fällt.

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